Archiv für den Monat: Juli 2014

Ger vs Arg: Das Buch der Geschichte

1986 war ich 11 Jahre alt. Als Kind hatte man natürlich einen (oder mehrere) Lieblingsspieler und (mindestens) ein Trikot seiner Lieblingsmannschaft. Das bestand damals aus solidem Stoff mit Bündchen am Handgelenk, damit auch kein Schweiß heraus- oder ein Insekt hineinlief. Rückennummern waren bereits aufgenäht, Spielernamen über selbigen fehlten noch. Die echten Namen übrigens; Comics wie „Hulk“ hätte der stets um die Erziehung der Jugend bemühte DFB bestimmt verboten. Heute hingegen dürfte sich ein Dieter Hoeneß den „Glatzenkönig“ aufdrucken lassen.
In meiner Erinnerung gab es auf den Bolzplätzen der ’80er keine Messis, Ronald- oder Ronaldinhos. Die Globalisierung hatte die Dörfer Deutschlands noch nicht erreicht. Doch jede WM gebar ihren Star und das war 1986 zweifelsohne Diego Armando Maradona. Der kleine Wuschelkopf war vom großen Menotti acht Jahre zuvor bei der WM im eigenen Land nicht berücksichtigt worden, so hier der Star Mario Kempes. 1982 ließ es Maradona dann krachen, aber auf sehr unrühmliche Weise: Ein Tritt mit den Stollen voraus auf den Oberschenkel seines brasilianischen Gegenspielers brachte ihm statt Ruhm Rot.

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Public Schimpfing

Ich mag das Fußballschauen mit mehreren Leuten. Überhaupt gefällt mir das Gesellige dieses Sports: Die Regeln sind so einfach, dass niemand sie en detail kennen muss. Aufpassen braucht auch keiner, weil es seit 1970 eine Zeitlupe gibt. Sonnenwandeln auf dem Boulevard der Sprache. Apropos Public Viewing: Ich finde, dass Begriffe aus anderen Sprachen (Lehnwörter) bei der Einreise nach Deutschland durchaus ihr Recht auf eine neue Bedeutung wahrnehmen dürfen.
Allerdings führt Schwarmintelligenz aus fußballersicher Sicht manchmal grenzwertigen Forderungen, von denen ich folgende in meinem Gedächtnis geparkt habe:

„Die müssen mehr über die Außen kommen.“

Die Außen ist Neutrum und Plural von Das Außen. Und über dort müssen sie vor allem dann mehr kommen, wenn sich da eher wenig Gegenspieler aufhalten. Hat die gegnerische Mannschaft jedoch ihre Außenpositionen selbst gut besetzt und ist die Mitte auch dicht, so bemerkt Herr Rethy seit fast 20 Jahren treffend: „Sie finden aktuell keine Mittel.“

„Der Olli hätte den gehabt.“

Hätte Olli jeden Ball gehabt, hätten wir vielleicht schon früher einen Stern mehr gehabt.

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