Archiv für den Monat: Juni 2014

Wat sneu, Arjen!

In dieser sehenswerten 10-Sekunden-Zeitlupe von sehen wir einen jungen Holländer, der

  1. Außenlinie: Bernd Schneider tunneltrobben2005
  2. Strafraumlinie: seitlich mit Arm raus von Thorsten Frings angegangen wird
  3. Strafraum: von Haudegen Christian Wörns über dessen ausgefahrenes Bein geschubst wird
  4. 5-Meter-Raum: mit Mühe nicht in den herausstürmenden Olli Kahn hineinläuft

Und dieser Holländer fällt nicht. Er spielt einfach Fußball. Und wir schreiben das Jahr 2005. Und dieser Holländer heißt Arjen Robben.

Um nicht mißverstanden zu werden: Robben ist ein genialer Spieler, heute wie damals. Ein Spieler, der seine Gegner immer noch links umkurven kann, obwohl diese den Trick schon längst kennen. Der einen perfekten linken Volleyschuss versenken kann, obwohl der Torwart weiß, dass er mit links abziehen wird. Und da stellt sich für mich die Frage: Hat so ein Spieler es wirklich so nötig, das billige Foul zu suchen, es ständig neu einzufordern?

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„War wieder eins schöner wie das andere.“

muellerInterviews mit Fußballern gehen mit der Zeit. Hörte man den Antworten eines Fritz Walter oder Friedhelm Konietzka noch deutlich das zuvor mühsam auswendig Gelernte an, so machte sich ein Gerd Müller 10 Jahre später erst gar nicht so eine Schinderei: „Geh, fragst doch den Franz!“. Eben welcher Franz, der schon damals in seiner charmanten, sich stets selbst widersprechenden Art die ewig sprudelnde Quelle des dahin-labernden Geplätschers öffnete („Bullshit-Bingo“). Ließ sich in den 80ern ein durchgeschwitzter Kaugummi-Schumacher noch zu (non-)verbalen Faustschlägen gegenüber dem Reporter hinreißen, werden spätestens seit Mitte der 90er alle Fußballer mediengerecht gecoacht. Vorbei die goldenen Zeiten, in denen uns kostbare Gaben aus dem Sprachschatz eines Lothar Matthäus oder Andi Möller geschenkt wurden.
Umso erfrischender, dass mit Müller, dem Jüngeren, endlich wieder mehr Humor in die Sache Fußball-Interview hineinkommt.
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Der himmlische Herr Pirlo

Ein Vorrundenspiel im tropischen Klima dürstet nach dem Schlusspfiff. Nur noch ein direkter Freistoß. Unmögliche Torentfernung. Der Ball fliegt auf die vom Schützen aus gesehene linke Torseite zu. Viel zu hoch. Und dann, plötzlich, scheint dem Ball bewusst zu werden, wer ihn soeben getreten hat, wer hier eigentlich die Richtung vorgibt. Und ändert abrupt seine Flugbahn, um gegen die Flugrichtung des hilflosen Torwarts unter ihm spektakulär rechts an der Latte Beifall zu klatschen.

pirloDie Kamera fährt auf den Spieler am Freistoßpunkt zu. Wir erwarten das bekannte Schauspiel für die Fernseh-Zuschauer: Nach oben zum Videowürfel schielen. Bin ich frontal drauf? Passt die Haltung, sitzen die Haare? Dann Oberkörper zurückwerfen, Augen zu, Luft auszischen: Die ganze Szene läuft in ihrer spektakulären Einzigartigkeit in des Schützen Geistes unsichtbarer Zeitlupe ab.
Doch am Freistoßpunkt steht, Hände aufgestützt, nur ein kleiner Italiener. Der schaut eher sauer drein, weil er sich die vergebliche Anstrengung auch hätte schenken können. Haar und Bart bedecken das Gesicht mittlerweile wie bei einem Yeti. Deutlicher kann ein Mann nicht zeigen, wie wenig ihn das ganze Geschehen da außen, auch die Kritik an seiner Person (genial, aber zu alt, nicht mehr schnell genug, Zenith überschritten) interessiert. Wahrscheinlich ist es dem Herrn Pirlo schon zuwider, in der Tradition von Gelfrisur und Designertrikot kicken zu müssen.

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Oranje greift wieder nach der Krone

5:1 gegen Spanien! Was für ein Triumph der alt-jungen Haudegen gegen den satten Torero aus Tiki-Taka-Land! Eine Demonstration des Willens: Die Niederlande greifen wieder an.

Das Land, das schon Anfang der 70er-Jahre mit einem offenen, angriffslustigen, totalen Spiel der Welt zeigte, wie schön, unverfälscht und geradeaus Fußball sein kann. Eine Mannschaft, die bei Weltmeisterschaften immer viel gewagt und dabei so oft verloren hat: Mal brach Hölzenbein im Strafraum erst links durch und danach sofort zusammen, dann gingen in Argentinien kleine Pfiffe im großen Pfeifkonzert unter.

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HTTP-Authentifizierung mit Win7 und IE11

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kalt

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wärmer

In Unternehmensnetzwerken hängen Clientcomputern selten direkt am Internet. Meist leitet der Admin den Traffic vom Browser zentral über einen Proxyserver, der beliebte Webseiten zwischenspeichert, Viren herausfischt oder youtube sperrt. Soweit so gut.
Nun dürfen manche Benutzer weniger als andere und gut getarnte Klick-Mich-Werbung darf noch weniger. Deshalb setzt der Admin nach dem Öffnen des Browsers und vor den ersten Internetzugriff eine Benutzeranmeldung.

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