{"id":749,"date":"2015-04-19T13:28:00","date_gmt":"2015-04-19T11:28:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.krombusch.de\/?p=749"},"modified":"2021-11-01T12:36:39","modified_gmt":"2021-11-01T11:36:39","slug":"recovery-partitionen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.krombusch.de\/?p=749","title":{"rendered":"Recovery Partitionen"},"content":{"rendered":"<p>&#8230; oder die Geschichte vom verlorenen Windows 8.1<\/p>\n<p>Schon lange vor laufwerkslosen Ultrabooks lagen Laptops keine optischen Wiederherstellungsmedien mehr bei. Stattdessen begannen Toshiba, Acer und Co. bereits in den besten Tagen von XP, eine mit sch\u00f6nen 90-Tage-Beigaben gespickte Windows-Installation auf eine versteckte Partition der Festplatte zu packen. Ein bequemer Tastendruck nach dem Rechnerstart setzt diese hidden-Partition statt der C:\\ auf aktiv, wodurch der Installations- bzw. Recovery-Prozess beginnt.<br \/>\nBl\u00f6d nur, wenn Partitionstabelle oder gleich die Festplatte kaputt sind und von der Recovery-Partition kein externes Wiederherstellungsmedium gemacht wurde. Wie in folgendem Fall, wo nach einem Crash das gekaufte Windows 8.1 nicht mehr wiederbelebt und stattdessen ein englisches Windows zweifelhaften Ursprungs installiert wurde.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><strong>Prozedur in K\u00fcrze:<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<ol>\n<li>Wenn das Original-Windows nicht mehr startet: \u00dcber WinPE booten<\/li>\n<li>Das vom Hersteller vorgesehene Festplattenlayout wiederherstellen. Steht meist in einer Textdatei im Root der Recovery-Partition, die per batch als Parameter f\u00fcr diskpart verwendet wird. (Darauf achten, dass sich die diskpart-Befehle auf die richtige Festplatte beziehen!)<\/li>\n<li>a) Inhalt der Recovery-Partition mit imagex in die gr\u00f6\u00dfte neue Partition (wird dann C:\\) entpacken. Bsp f\u00fcr Lenovo (eine Datei) und Toshiba (mehere)<br \/>\n<em>imagex \/apply lw:\\RecoveryImage\\install 1 c:\\<\/em><br \/>\n<em>imagex \/ref lw:\\recovery\\install*.swm \/apply lw:\\recovery\\install.swm 1 c:\\<\/em><br \/>\nb) alternativ: Windows-Testversion aufspielen und Creator nachinstallieren.<\/li>\n<li>Ins wiederhergestellte Windows booten und Recovery-Stick erstellen.<br \/>\nBei Problemen mit der Creator-Software den Pfad angeben:<br \/>\n<em>reagentc \/SetOSImage \/Path LW:\\Recovery\\INSTALL.WIM \/Index 1<\/em><\/li>\n<li>Wenn in 3a) keine neue Windows-Version installiert wurde und das Plattenlayout defekt war (keine System-Reserved usw.), \u00fcber den neuen USB-Stick ein komplettes Recovery durchf\u00fchren.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Das Laptop einer Kollegin verabschiedete sich der Legende nach w\u00e4hrend eines Scans mit Windows Defender. Blauer Bildschirm, danach weder Windows-Start noch Recovery-Aufruf per Tastatur m\u00f6glich. Entweder wirklich Plattenfehler oder der \u00fcbereifrige Virenw\u00e4chter hatte auch gleich den Bootsektor einkassiert. Leider konnte die Situation nicht durch einen gew\u00f6hnlichen Reparaturdatentr\u00e4ger bereinigt werden, so dass man sich f\u00fcr die Neuinstallation eines (anderen) Windows-Betriebssystem entschied. Vor dessen Aufspielen wurden von UEFI auf Legacy umgestellt und die Festplatte neu aufgeteilt, wodurch nun wirklich alle urspr\u00fcnglichen Partitionsangaben verloren gegangen sein d\u00fcrften.<\/p>\n<p>Doch manchmal steckt noch was f\u00fcr Sp\u00fcrhunde drin. Ich startete das Laptop mit einer Linux-Live-CD und lie\u00df die Wunderwaffe &#8222;testdisk&#8220; laufen. Man kann f\u00fcr den ersten Scan prinzipiell immer mit &#8222;GPT&#8220;-Layout w\u00e4hlen, ansonsten folgt die Suche mit Intel-Legacy. Testdisk fand im Quick-Scan zun\u00e4chst eine sinnlose Zahl Partitionseintr\u00e4ge; &#8222;p&#8220; zum Auflisten der Dateien f\u00fchrte jeweils zu segfault. Nach einem ca. 3-st\u00fcndigen Deep-Scan (G\u00e4hn) auf der 500GB-Platte erschien jedoch eine kleine Partition mit dem Label &#8222;Recovery&#8220;. Deren Inhalt war wohl aufgrund seiner vergleichsweise minimalen Gr\u00f6\u00dfe und Position gl\u00fccklicherweise von der Neuinstallation verschont geblieben. Die Dateien wurden schnell auf einen USB-Stick gesichert. Ein anschlie\u00dfendes finales Umschreiben der Partitionstabelle w\u00e4re sinnlos gewesen und wurde nicht durchgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Auf den USB-Stick landeten ein Ordner &#8222;dism&#8220; mit den \u00fcblichen Tools aus dem WAIK (imagex usw) sowie mehrere install.swm- Dateien aus der verlorenen Partition. Das erscheint bekannt, denn technisch l\u00e4uft ein modernes Recovery-Prozedur \u00fcber WinRE , was den fr\u00fcher unter DOS spukenden Norton Ghost in Rente geschickt hat. Das wim-Format ist letztlich so eine Art zip-Container, der mehrere Images enthalten kann. \u00dcblicherweise aber nur bei Microsoft-Medien: Prof.\/Ultimate\/Home\/xyz sind dann alle per Index in einer einzigen Datei ansprechbar.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.krombusch.de\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/imagex1.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-751\" src=\"https:\/\/www.krombusch.de\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/imagex1.png\" alt=\"imagex1\" width=\"1238\" height=\"489\" srcset=\"https:\/\/www.krombusch.de\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/imagex1.png 1238w, https:\/\/www.krombusch.de\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/imagex1-300x118.png 300w, https:\/\/www.krombusch.de\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/imagex1-1024x404.png 1024w, https:\/\/www.krombusch.de\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/imagex1-624x246.png 624w\" sizes=\"auto, (max-width: 1238px) 100vw, 1238px\" \/><\/a>Um die geretteten Files auf Vollst\u00e4ndigkeit zu \u00fcberpr\u00fcfen, habe ich den Inhalt aller installXX.swm zun\u00e4chst auf in einen Unterordner c:\\temp\\x auf meiner eigenen SSD entpackt. Dabei soll im besten Fall der Inhalt einer taufrischen Windows-Installation herauskommen. Das Ergebnis erschien mir weitestgehend fl\u00fcssig.<\/p>\n<p>Als n\u00e4chster Schritt musste das Laptop wieder in den Ursprungszustand gebracht werden. Dazu wurden wieder auf UEFI umgestellt und via DVD mit <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/newsticker\/meldung\/Microsoft-stellt-Download-fuer-ISO-von-Windows-8-1-bereit-2454287.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Windows-Testversion<\/a> (Version und Prozessorarchitektur sollten mit dem Original \u00fcbereinstimmen!) gestartet. Den USB-Stick eingesteckt lassen. Anstelle der vorgeschlagenen Installation startet Umschalt+F10 die Konsole. Das vom Hersteller angedachte Layout steht im Falle von Toshiba in der standard-konformen Datei &#8222;recreate_partitions.txt&#8220; auf dem Stick. Bei Lenovo hei\u00dft dieses File bsp. &#8222;pbrall.txt&#8220;. Letztlich sind dort Parameter f\u00fcr diskpart enthalten. Die Datei habe ich dann mit Notepad ge\u00f6ffnet: disk 0 war korrekt, davor wurde noch ein &#8222;clean&#8220; eingef\u00fcgt. <em>diskpart \/s recreate_partitions.txt<\/em> appliziert das Layout auf die Platte. Prinzipiell h\u00e4tte man jetzt das Image vom Stick in die gr\u00f6\u00dfte Partition extrahieren k\u00f6nnen (siehe 3a). Aber um Startschwierigkeiten u.\u00e4. zu vermeiden wurde der l\u00e4ngere, sichere Weg gew\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Dazu installiert man in unserem Fall einfach die Windows-8.1-Testversion (Generic Keys siehe Technet). Da die angelegte Recovery-Partition jetzt aber erstens leer und zweitens unsichtbar ist, startet man im neuen Test-Windows ebenfalls diskpart, selected die Partition (bei mir Nummer 5) und weist ihr mit &#8222;assign letter = R&#8220; einen Laufwerksbuchstaben zu. Anschlie\u00dfend k\u00f6nnen alle Dateien vom USB-Stick auf Laufwerk R kopiert werden, das im n\u00e4chsten Schritt als Quelle f\u00fcr das externe Recovery-Medium dienen soll.<br \/>\n<em>Randnotiz: Dass unsere Benutzerin das Erstellen des Recovery-Mediums &#8222;vergessen&#8220; hat, liegt m.E. auch daran, dass das Icon nicht auf dem Windows-8.1-Desktop war. Und ihne Startmen\u00fc findet man ja nichts &#8230;<\/em><\/p>\n<p>Der von der Toshiba-Support-Seite auf das Testsystem nachinstallierte <a href=\"http:\/\/aps2.toshiba-tro.de\/kb0\/HTD16036F0000R01DE.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Recovery-Media-Creator <\/a>beklagte sich zur Begr\u00fc\u00dfung erst einmal mit einem &#8222;File-Not-Found&#8220;. Das\u00a0 mitlaufende <a href=\"https:\/\/technet.microsoft.com\/de-de\/sysinternals\/bb896645.aspx\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Procmon<\/a> zeigte das Problem: Der Creator addressiert die Recovery-Partition absolut (decive\\hardisk\\volume), aber erwartetet die installXX.swm nochmals in einem Unterordner names &#8222;recovery&#8220;. Folglich musste also alles von R: nach R:\\recovery verschoben werden. Danach lie\u00df sich der Creator endlich an, einen (minimal 16GB)-USB-Stick als Wiederherstellungsmedium zu erzeugen. Damit hat unser Test-Windows nun seinen Zweck erf\u00fcllt.<\/p>\n<p>Dank UEFI wurde jetzt vom gerade erzeugten Fat32-Wiederherstellungsstick gebootet, der automatisch einen Wiederherstellungs-Assitenten startete. Dort wurde sinngem\u00e4\u00df der Punkt &#8222;Auf Werkeinstellungen zur\u00fccksetzten&#8220; ausgew\u00e4hlt. Danach kommt ein Fortschrittsbalken, wobei im Hintergrund wahrscheinlich etwas Vodoo f\u00fcr den Tastatur-Start und ansonsten das profane o.g. imagex ausgef\u00fchrt werden. Verwundernswerter Weise forderte mich der Wiederherstellungsassistent nach nahezu endlosen 80 % auf, dich bitte &#8222;Die n\u00e4chste CD einzulegen&#8220;!??? Ein Blick auf den Inhalt des daraufhin abgezogenen Sticks zeigte den Grund: Der Creator hatte trotz Erfolgsmeldung einfach mal die install50-59.swm zu kopieren vergessen. Zum Gl\u00fcck kann man das selbst nachholen (die Dateien sind ja noch auf dem Original-Stick). Dann den Recovery-Stick wieder in denselben USB-Anschluss (Danke, Windows!) einstecken und die Wiederherstellungsprozedur an derselben Stelle fortsetzen.<\/p>\n<p>Nach Fertigstellung startet man sein taufrisches, mitgekauftes Windows 8.1 und l\u00e4sst die &#8222;Einen kleinen Moment, w\u00e4hrend wir vorbereiten&#8220;-Farbl\u00e4ufe am Bildschirm vor\u00fcberziehen. Der allererste Weg des neu angelegten Benutzers f\u00fchrt in die Systemsteuerung&#8211;&gt;System zur Aktivierung. Da der Produktkey bei unserem Toshiba-Laptop nicht im BIOS stand, musste ihn der Hersteller bei dieser Modellreihe schon in das Image gepackt haben. Ein Klick auf &#8222;Windows-Aktivieren&#8220; brachte zun\u00e4chst eine Fehlermeldung, die aber nach 2 Sekunden von selbst verschwand. Ich denke mal, beim n\u00e4chsten oder \u00fcbern\u00e4chsten Mal wird ein Anruf beim Aktivierungscomputer f\u00e4llig. Wozu es hoffentlich erst gar nicht kommt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8230; oder die Geschichte vom verlorenen Windows 8.1 Schon lange vor laufwerkslosen Ultrabooks lagen Laptops keine optischen Wiederherstellungsmedien mehr bei. 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