{"id":168,"date":"2013-02-26T10:53:05","date_gmt":"2013-02-26T09:53:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.krombusch.de\/?p=168"},"modified":"2021-11-01T12:37:06","modified_gmt":"2021-11-01T11:37:06","slug":"wartezimmer-tv","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.krombusch.de\/?p=168","title":{"rendered":"Wartezimmer-TV"},"content":{"rendered":"<p>Gemeinhin gelten niedergelassene \u00c4rzte als die reichste Bev\u00f6lkerungsschicht, deren gr\u00f6\u00dftes Problem es ist, die ganzen Millionen auf ihren unterschiedlichen Bankkonten im Auge zu behalten. Das mag f\u00fcr bestimmte Fachrichtungen wie Radiologie oder Orthop\u00e4die gelten, aber fragen Sie mal den kleinen Allgemeinmediziner, welcher ihr Hausarzt ist.<\/p>\n<p>Wie auch immer: F\u00fcr eine Wartezimmer-TV-L\u00f6sung muss man normalerweise tief in die Tasche greifen. Meist werden Mietger\u00e4te angeboten, bei denen die Installation des internetf\u00e4higen &#8222;Smart TV&#8220; mit ca. 300 Euro plus zu Buche schl\u00e4gt und der monatliche Tarif so ab 120 Euro plus zu haben ist. Sinn und Zweck der Angebote ist letztlich die Bindung an einen Anbieter, der auch gleich Connections zum Fernsehteam f\u00fcr den Praxis-Werbefilm usw. hat und somit nach und nach Mehrleistungen in Rechnung stellen kann. Den Arzt sieht er gerne als &#8222;Director&#8220;, als Leiter der Medienzentrale, in der sich alles konfigurieren und managen l\u00e4sst. Klingt attraktiv. Problem: Will \u00a0der Arzt das \u00fcberhaupt? Das Ger\u00e4t k\u00f6nnte ja theoretisch auch 2-3 vorkonfigurierte Features haben und sonst einfach laufen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.krombusch.de\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/wartezimmer2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-181\" alt=\"Wartezimmer\" src=\"https:\/\/www.krombusch.de\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/wartezimmer2.jpg\" width=\"400\" height=\"345\" srcset=\"https:\/\/www.krombusch.de\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/wartezimmer2.jpg 400w, https:\/\/www.krombusch.de\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/wartezimmer2-300x258.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Betrachten wir ein &#8222;Praxis&#8220;-Beispiel: Mediziner Hugo H. m\u00f6chte f\u00fcr seine Patienten im Wartezimmer gerne ein Fernsehangebot schaffen. Hin und wieder k\u00f6nnte dort auch eine Pr\u00e4sentation laufen, bsp. wenn er sich an einem \u00f6ffentlichen Gesundheitstag beteiligt.<br \/>\nDie Arztpraxis verf\u00fcgt weiterhin \u00fcber verschiedene Behandlungsr\u00e4ume, f\u00fcr die seinerzeit sehr g\u00fcnstig sog. Thin-Clients angeschafft wurden. In Behandlungsr\u00e4umen halten sich ebenfalls Patienten auf, denen man die Wartezeit mit etwas Radiomusik angenehmer machen k\u00f6nnte. Aber f\u00fcr jeden Client eine separate Internetverbindung, die zusammen den 2MBit-DSL-Anschluss voll auslasten?<br \/>\nAls letztes Feature denkt unser Arzt \u00fcber eine Art Webcam nach, die ein Live-Bild aus dem r\u00e4umlichen getrennten Wartezimmer bei Bedarf an die Anmeldung und ins Arztzimmer \u00fcbertragen kann. Damit die Sprechstundenhilfe hin und wieder mal unbemerkt nachschauen kann, ob die Patienten schon Spinnweben ansetzen \ud83d\ude42<\/p>\n<p>Zusammengefasst:<br \/>\n1.) Live-TV<br \/>\n2.) alternativ: Pr\u00e4sentation\/Slideshow\/etc.<br \/>\n3.) Radio-Verteiler<br \/>\n4.) Webcam, nach Praxisschluss: Motion Detection<\/p>\n<p>Es mag Smart-TVs geben, die all diese Features beherrschen. Es mag auch Menschen geben, die die Navigation in solchen Smart-TVs beherrschen. Ich geh\u00f6re nicht dazu.<\/p>\n<p>Wir haben uns zun\u00e4chst f\u00fcr einen g\u00fcnstigen Flachbildschirm entschieden. Es handelt sich um ein \u00e4lteres Modell ohne HDMI-Eingang, was eine separate Bild- und Tonzuspeisung \u00fcber VGA und 3,5mm-Klinke erforderlich macht. F\u00fcr die Features verwenden wir ein ausgemustertes Laptop, bei dem der Bildschirm kaputt gegangen ist. Das Live-TV-Signal liefert uns ein preiswerter DVB-T-Stick von AverMedia f\u00fcr 14,95 Euro. Der ben\u00f6tigt mindestens einen USB 2.0 Anschluss und eine CPU &gt; 1Ghz im Rechner, die das komprimierte Signal entpacken kann. Neben dem Stick findet sich noch eine kleine Fernbedienung im P\u00e4ckchen, mit der man die Fernsehapplikation kabellos starten, Sender ausw\u00e4hlen oder Lautst\u00e4rke einstellen kann. Wissenswert: Geben Sie einer DVB-T-Antenne immer Masse mit; die Platzierung auf dem Metallrahmen des Monitors \u00fcber den eingebauten Magneten verspricht ein wesentlich besseres Signal als das Aufstellen auf Kunststoff.<\/p>\n<p><span style=\"line-height: 1.714285714; font-size: 1rem;\">Beim Betriebssystem ist die Wahl auf ein aktuelles Windows 8 gefallen. Vielleicht auch, um sp\u00e4ter mal was mit den Live-Kacheln in der Metro-Oberfl\u00e4che anzufangen. Auf dem Laptop war noch die alte XP-Home-Edition vorhanden, wodurch sich der Upgrade-Preis mit 30 Euro sehr im Rahmen hielt. Legen Sie empfehlenswerter Weise ein separates eingeschr\u00e4nktes Benutzerkonto an, f\u00fcr das Sie die m\u00f6glichen Anwendungen einschr\u00e4nken. Sie k\u00f6nnen weiterhin angeben, dass Windows nach dem Systemstart dieses Benutzerkonto automatisch anmeldet, mit &#8222;shell:startup&#8220; legen Sie ihm die zun\u00e4chst die Fernseh-Anwendung in den Autostart.<\/span><\/p>\n<p>Oder Ihre Powerpoint-Pr\u00e4sentation. Oder &#8230;<\/p>\n<p>F\u00fcr den Radiostream verwenden wir der Einfachheit halber den freien Shoutcast-Server mit winamp + DSP-Plugin. Das funktioniert folgenderma\u00dfen: Sie packen sich eine Batch-Datei in den o.g. Autostart, mit der Sie die winamp.exe und dem gew\u00fcnschten Radio-Livestream.m3u als Parameter aufrufen. Im DSP-Plugin legen Sie \u00fcber die Winamp-Einstellungen nur fest, dass das Plugin automatisch mit startet und als Abspielquelle die Ausgabe von winamp auf Port abcd bereitstellt. Vergessen Sie nicht, diesen Port auch in der Firewall freizugeben, sonst k\u00f6nnen sich die Clients in den Behandlungszimmern nicht konnektieren.<\/p>\n<p>Sie werden anfangs allerdings ein Problem feststellen: Die Lautsprecher am Monitor geben jetzt sowohl den Ton des Fernsehsenders als auch den des Radiosenders simultan wieder. Sehr unsch\u00f6n. Aber sehr einfach zu l\u00f6sen: Klicken Sie auf das Lautsprecher-Symbol im Infobereich und anschlie\u00dfend auf Mixer, um sich alle aktiven Soundquellen anzeigen zu lassen. Schalten Sie dort die Winamp-Anwendung auf stumm. Das ist eine persistente Einstellung und hat lediglich den Zweck, eine bestimmt Soundquellen aus dem Mastermix herauszunehmen. Das Streaming an die o.g. Portadresse funktioniert weiterhin.<\/p>\n<p>Den Stream selbst greifen die Thinclients in den Behandlungsr\u00e4umen \u00fcber den plattform\u00fcbergreifenden vlc-Player ab: der spielt alles, was irgendwie nach Sound riecht. Der Autostart-Aufruf auf den Thins erfolgt hier \u00fcber &#8222;vlc http:\/\/[IP-des-Laptops]:abcd&#8220;<\/p>\n<p>Prinzipiell k\u00f6nnten Sie auch mehrere Radiostreams intern publizieren, indem Sie winamp mit dem Parameter \/NEW aufrufen. Das hat in unserer kleinen Praxis aber keinen Nutzen, schlie\u00dflich wollen wir ja in erster Linie die DSL-Bandbreite sparen.<br \/>\nMoment: Ist hier Weibsvolk unter uns bzw. werden hier etwa &#8222;neuartige Rundfunksempfangsger\u00e4te&#8220; genutzt? Was sagt denn die GEZ dazu? Das ist zum Gl\u00fcck eindeutig, denn seit Anfang 2013 existiert der sog. Rundfunkbeitrag. Da z\u00e4hlen nicht mehr die empfangsf\u00e4higen Einzelger\u00e4te, \u00fcber die der verkleidete Student an der Haust\u00fcr m\u00fchsam Auskunft zu erhalten versucht. In unserem Fall haben wir es laut der neuen Preisstaffel mit einem sog. Kleinbetrieb mit bis zu 8 Mitarbeitern zu tun, der nur an einem Besch\u00e4ftigungsort ans\u00e4ssig ist. Damit liegt der monatliche Beitrag f\u00fcr die Praxis bei 5,99 Euro und deckt alle Empfangsger\u00e4t ab. Ja, Gema auch. Hier kann sich wirklich keiner \u00fcber das pauschale Solidarsystem beschweren.<\/p>\n<p>Bleibt die Webcam-Geschichte: Hier kann man sich nat\u00fcrlich eine externe USB-Kamera anschaffen. In unserem Fall eignet sich durch die Montage allerdings auch das eingebaute Auge im Deckel des Notebooks. Als Videostream-L\u00f6sung verwenden wir das hervorragende Projekt http:\/\/www.yawcam.com\/ von Magnus Lundvall. Hier l\u00e4sst sich \u00fcbersichtlich einstellen, ob wir nur streamen, aufzeichnen, uploaden usw. m\u00f6chten.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.krombusch.de\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/wartezimmer1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"Anmeldung\" src=\"https:\/\/www.krombusch.de\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/wartezimmer1-300x224.jpg\" width=\"300\" height=\"224\" \/><\/a><\/p>\n<p>Diese M\u00f6glichkeiten werden auch f\u00fcr einen weiteren Anwendungsfall genutzt: \u00dcber den Yawcam-Scheduler schalten wir nach Praxisschluss automatisch in den Motion-Detection-Betrieb, in dem die Software sofort meldet, wenn sich abends oder nachts was im Gesichtsfeld der Kamera bewegt. Und mehr als die Putzfrau sollte besser nicht auf den Snapshots sein &#8230;<\/p>\n<p>Zur \u00dcbersicht ist hier ein m\u00f6glicher Workflow der ganzen Lowcost-L\u00f6sung kurz skizziert. L\u00e4uft ganz passabel. Tastatur und Maus am Laptop wurden \u00fcbrigens im Sinne der Automation deaktiviert. Tipps f\u00fcr Erweiterungen gerne in den Comments.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.krombusch.de\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/wartezimmer3.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-182\" alt=\"wartezimmer3\" src=\"https:\/\/www.krombusch.de\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/wartezimmer3.jpg\" width=\"400\" height=\"566\" srcset=\"https:\/\/www.krombusch.de\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/wartezimmer3.jpg 400w, https:\/\/www.krombusch.de\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/wartezimmer3-212x300.jpg 212w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gemeinhin gelten niedergelassene \u00c4rzte als die reichste Bev\u00f6lkerungsschicht, deren gr\u00f6\u00dftes Problem es ist, die ganzen Millionen auf ihren unterschiedlichen Bankkonten [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-168","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.krombusch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/168","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.krombusch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.krombusch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.krombusch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.krombusch.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=168"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/www.krombusch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/168\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":919,"href":"https:\/\/www.krombusch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/168\/revisions\/919"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.krombusch.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=168"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.krombusch.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=168"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.krombusch.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=168"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}